Die spielzeugfreie Zeit

Im Jahr 2004 haben wir das Projekt "Spielzeugfreie Zeit" mit den Kindern durchgeführt. Nach einer längeren und ausführlichen Vorbereitungszeit für uns und die Kinder haben wir es gewagt und das gesamte Spielzeug für 3 Monate "in den Urlaub" geschickt.
Wir haben eine neue Zeit gewagt
und all unser Spielzeug weggepackt.
Wir dachten uns selber Dinge aus
und wollten keinen Mittag mehr nach Haus.
Wir haben gehämmert, gesägt und gebaut
und immer kam was tolles dabei raus.
Wir haben erfahren das jeder was kann
und war es auch nur der "kleinste Mann".
Selbst heute noch spielen wir lieber mit Kissen
weil wir das Spielzeug nicht vermissen.
Den Anstoß für dieses Projekt gab uns - neben der Suchtprävention (Suchtvorbeugung) - vor allem das heutige Konsumverhalten der Gesellschaft und auch schon der Kinder.
Wir leben in einer Konsumgesellschaft und werden weitgehend davon bestimmt. Viele Gespräche zu Hause und im Kindergarten handeln davon, was man sich alles anschafft, was man sich wünscht, was man bereits gekauft hat, und was man verschenken möchte.
Für uns Erwachsene ist es schon schwer, den Verführungen der Werbung zu widerstehen, und sie zu durchschauen. Um wie viel schwerer fällt unsern Kindern dies! Wir wissen doch alle, wie gezielt Kinder als Konsumenten in der Werdung angesprochen werden. Man kann es jeden Tag überall beobachten:
  • Die Reklame im Fernsehen ist auf Kinder ausgerichtet
  • Es gibt spezielle Kinderprodukte, die häufig mit einem Spielzeug ausgestattet sind (Überraschungseiern, Happy Meal bei MC Donalds, etc.)
  • Die Spielsachen und Süßigkeiten im Supermarkt werden genau in Augenhöhe der Kinder angepriesen
  • Markenkleidung hat schon im Kindesalter einen höheren Stellenwert als "No Name" - Produkte
Kinder hatten vom wirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen noch nie eine solche Kaufkraft zur Verfügung wie heute. Das größte Konsumgut der Kinder ist natürlich das Spielzeug.

Die Zeichen der Zeit:
  • Die Kinder wollen es haben, weil auch die anderen es haben
  • Eltern, Oma und Opa, Tante und Onkel kaufen möglichst viel davon, um dem Kind eine Freude zu machen
  • fast alle Kinder haben zuviel davon
Und wenn Kinder alles haben, sitzen sie inmitten der Spielzeugberge und langweilen sich. "Was soll ich denn machen?", "Mir ist so langweilig!", diese Fragen der Kinder hat wohl jeder schon mal gehört.