Wald- und Wiesentag und der Waldkindergarten

Seit einigen Jahren ist der Wald- und Wiesentag an jedem Montagmorgen ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit geworden.
Jeden Montag, egal bei welchem Wetter,
erkunden wir die Wälder rund um Fretter.
Mit der richtigen Kleidung haben wir viel Spaß,
da werden wir selbst im Regen nicht nass.
Wir beobachten Tiere, lernen Pflanzen kennen
und dürfen die ganze Zeit im Wald herumrennen.
Was viele Kinder sehnlich erwarten,
dass ist unser Waldkindergarten.
Bei Regen, Sonne oder Wind,
darauf freut sich jedes Kind.
Der Kindergarten ist dann nicht offen,
denn da wird sich im Wald getroffen.
Wir bauen Hütten und schnitzen am Ast,
auch ein Jäger war mal unser Gast.
Der Wald wird häufig als Ort der Erholung aufgesucht, um Abstand von der Hektik des Alltags zu gewinnen. Der Aufenthalt im Wald bietet die Gelegenheit zu entspannen und die uns dort umgebende Natur zu genießen. Eine andere Möglichkeit besteht darin, im Wald vorher nicht wahr genommene Phänomene für sich zu entdecken. Vieles bleibt zunächst verborgen, was die Schönheit und Einmaligkeit dieses Lebensraumes ausmacht und erschließt sich erst, wenn die Natur bewusst und auf sinnhafte Weise erlebt wird. Er besitzt ein eigenes Klima, die Lichtverhältnisse verändern sich, andere Geräusche werden hörbar.

Die Wahrnehmung von Naturphänomenen ermöglicht es den Kindern ganz individuelle Erfahrungen im Wald zu sammeln, und einen persönlichen Zugang zu diesem Lebensraum aufzubauen. Ein Moospolster nur zu sehen, ist etwas anderes, als es gleichzeitig zu erfühlen und an ihm zu riechen.
Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht aus pädagogischer Sicht für die gesamte Entwicklung förderliche Erfahrungen, die in vergleichbarer Form und Vielfalt kaum in einem anderen Umfeld gemacht werden können.

An den Waldtagen werden die Kinder mit Situationen konfrontiert, die für sie ungewohnt oder neu sind. Ein steil abfallender Hang, im Weg liegende Äste und der unebene Waldboden stellen für sie Herausforderungen dar. Diese werden natürlich nicht von vorneherein optimal bewältigt, sondern es werden nach ersten Erfahrungen neue Möglichkeiten ausprobiert und die alten entsprechend verbessert.

Auf diese Weise schulen die Kinder ihre motorischen Fähigkeiten ohne eine speziell dafür konstruierte Bewegungsstätte. Gleichzeitig hat das Kind die Möglichkeit, Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und kann ein erweitertes Verständnis von sich selbst in Verbindung mit seiner umgebenden Welt aufbauen, das ihm Sicherheit im Umgang mit ihr gibt.
Ein Aufenthalt im Wald ermöglicht den Kindern primär Erfahrungen zu sammeln. Beim Tasten, Riechen, Hören und Fühlen sind Sinne angesprochen, die im Lebensalltag nur wenig genutzt werden. Eine Aneignung mit allen Sinnen führt nicht nur zu einem anderen Eindruck von der Lebensumwelt, sondern auch zu einer differenzierten eigenen Körperwahrnehmung. Im Wald, ganz ohne vorgefertigtes Spielzeug, mit den geheimnisvoll wirkenden Bäumen und ungewohnten Geräuschen werden die Fantasie und die Kreativität der Kinder angeregt.

Die Kinder sind zu eigenem Handeln aufgefordert, was einer Konsumhaltung entgegenwirkt. Die Sensibilisierung der Sinne, das Hervorrufen von Neugier und Gefühlen ermöglicht den Aufbau einer positiven, emotionalen Beziehung zur Natur als Grundlage für einen späteren verantwortungsvollen Umgang mit ihr. Nicht zuletzt lernen die Kinder auf spielerische Weise die Unterscheidung der Bäume, Sträucher, Gräser, Beeren, usw.
Da wir den Kindern diesen Erfahrungswert für ihr weiteres Leben mitgeben möchten, geben wir ihnen immer montags die Gelegenheit, mit uns die Natur zu entdecken und zu erkunden.

Zusätzlich zu den wöchentlichen Wald- und Wiesentagen verbringen wir einmal im Jahr eine ganze Woche mit den Kindern im Wald, das ist der so genannte Waldkindergarten. Er findet entweder im Frühjahr oder im Herbst statt.