Kinder sind geborene Forscher, Entdecker und Konstrukteure. Sie sind neugierig, wissensdurstig und begeisterungsfähig. Sie sind aktiv und wollen sich so ein Bild von der Welt machen und handlungsfähiger werden. Die Grundlagen dazu sind für sie ihre Wahrnehmung und die Bewegung. Sie haben viel Spaß daran, sich aktiv mit ihrer Umwelt, den Menschen und Dingen auseinanderzusetzen.
Die Kinder nehmen auf diese Weise ihre Bildung selbst in die Hand. Sie erwerben spielend Schlüsselqualifikationen, z.B. Eigeninitiative, Lern- und Leistungsbereitschaft, Kreativität, soziale Kompetenzen, Team- und Konfliktfähigkeit.
Diese Fähigkeiten werden ihnen ein Leben lang helfen, sich mit neuen Inhalten auseinander zu setzen, Wissen zu erwerben und gemeinsam mit anderen nach Lösungen zu suchen und Ideen zu entwickeln.
Der Mensch behält von dem
was er hört: | 20% |
was er sieht: | 30% |
was er hört und sieht: | 50% |
was er nacherzählt: | 60% |
was er selbst tut: | 75% |
Bildung in unserem Kindergarten heißt:
- aktiv sein, handeln lernen, Menschen, Dinge und die Umwelt zu erforschen
- mit allen Sinnen wahrnehmen, sich bewegen und beweglich sein
- Beziehungen eingehen und aufbauen, ein eigenes Muster für die Gestaltung von sozialen Beziehungen entwickeln
- Anerkennung und Achtung erfahren, genauso andere anerkennen und achten
- Gemeinschaft erleben, Freunde finden, gemeinsam die Welt deuten
- Sprache erwerben, mit anderen kommunizieren
- Denken, Wissen sammeln, Fertigkeiten üben, Zusammenhänge verstehen, Kenntnisse gewinnen
- Herausforderungen annehmen, den Alltag als Übungsfeld nutzen, spielend Kompetenzen erwerben, sich beteiligen und mitbestimmen
- Regeln aushandeln und einhalten, Lösungen suchen, ein Verständnis für Norme und Werte, Moral und Gerechtigkeit entwickeln
- die eigene Identität in einer sozialen Gemeinschaft finden
Die Kinder bilden sich durch ihre selbständige Forschungstätigkeit. Sie lassen sich auf Herausforderungen ein, sie sehen genau hin. Sie stellen Fragen, entwickeln eigene Theorien und stellen Hypothesen auf. Sie testen verschiedene Materialien und führen darüber mit Freunden "Expertengespräche". Sie erringen Erkenntnisse, erzielen Erfolge, versuchen und irren sich.
Die kindliche Neugier und ihr Wissensdurst sind der Motor ihrer Bildung.
Um sich zu bilden, benötigen die Kinder aber auch die Hilfe Erwachsener. Ein "Großer" ist für die Kinder die Rückversicherung in schwierigen Situationen, die sichere Basis für ihr Handeln, ein wertschätzendes Gegenüber und schließlich auch eine Person, die neue Möglichkeiten eröffnen kann.
Aber viele Dinge können Kinder nur mit anderen Kindern gemeinsam ausprobieren und aushandeln. Mit anderen Kindern kann man sich streiten, sich vertragen, gemeinsam Regeln aufstellen und sie wieder verändern. Besonders im Umgang mit anderen Kindern entwickeln sie ihre eigene Identität. Ganz besonders wichtig sind Freunde, denn mit ihnen macht Lernen und Forschen besonders viel Spaß.
Die Basis für Bildung ist die Wahrnehmung und die Bewegung der Kinder.
Die Kinder erhalten über ihre Wahrnehmung mit allen Sinnen (Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen und das Gleichgewicht) Eindrücke, die sie durch weitere Informationen ergänzen. Dabei wählen sie aus, denken, strukturieren, bewerten, erinnern sich und sind mit ihren Gefühlen beteiligt.
Aber die Kinder lernen nicht nur mit dem Kopf. Durch Bewegung, durch ihr aktives Handeln, machen Kinder ihre Erfahrungen. Mit der stetig wachsenden Beweglichkeit und der immer ausgeprägter werdenden Körperbeherrschung erweitern die Kinder auch ihren Handlungs- und Erfahrungsspielraum.